Jahresbericht des Kreisbrandrates

Bericht des Kreisbrandrats anlässlich des 136. Kreisfeuerwehrtages in Anzing am 02.09.2012


Freiwillige Feuerwehr ein besonderes Ehrenamt


Ein Phänomen - Brandschutz und Technische Hilfeleistung
eine Kommunale Pflichtaufgabe die ehrenamtlich erbracht wird

Feuerwehr - Ihre Sicherheit ist ein Stück Lebensqualität
Wir laufen dann hinein - wenn andere heraus laufen
zupacken statt zusehen!


An dieser Stelle sollen Sie heute über die Leistungen, die Vielfalt- und Einsatzbereitschaft der Wehren im Landkreis Ebersberg informiert werden.

Die Freiwillige Feuerwehr Anzing organisiert am Wochenende den 134. Kreisfeuerwehrtag. Dazu möchte ich ihr im Namen aller Feuerwehren des Landkreises Ebersberg, aber auch persönlich, recht herzlich danken.

„Stell Dir vor, Du drückst und alle drücken sich
keine Ausreden Mitmachen statt wegsehen“


lautet treffend das Motto der Imagekampagne des LFV Bayern

Die 2290 Angehörigen davon 153 Frauen der 47 Freiwilligen Feuerwehren und einer Werkfeuerwehr in unserem Landkreis Ebersberg sind ehrenamtlich und damit unentgeltlich für das Allgemeinwohl und die Sicherheit der Bürger tätig.
Sie übernehmen Tag und Nacht sehr viel Verantwortung und sind damit Garant für ein gut funktionierendes flächendeckendes Gefahrenabwehrsystem.

1495 Einsätze im Jahr 2011 mit 32.186 Einsatzstunden und 87.000 Übungs-, Schulungsstunden

308 Brandeinsätze, dabei konnten 38 Personen gerettet werden davon 7 über Leitern der Feuerwehr, den Großbränden Landwirtschaftlicher Anwesen oder der Stall in Lindach oder zuletzt Hageberg wo durch schnelles zielgerichtetes eingreifen der Feuerwehren ein Übergreifen der Flammen auf angrenzende Gebäude verhindert werden konnte.
1050 technischen Hilfeleistungen davon 118 Verkehrsunfälle teils mit LKW Beteiligung, 3 Unfälle mit Schienenfahrzeugen, insgesamt konnten 55 Personen gerettet, 134 Personen erstversorgt und betreut werden.

Jeder Einsatz hat ein Gesicht, immer wieder wird dabei der Feuerwehrdienstleistende, auf tragische Weise oft mit belastenden Bildern von eingeklemmten, verstümmelten Opfern aber auch mit 9 Toten bei denen keine Rettung mehr möglich war konfrontiert.

Bei 6 Großbränden mehrfach Zugunfall mit PKW gegen S Bahn bei Wiesham, die Person die Im Aufzug steckt, 28 Mal Tierrettung VON DER Katze auf dem Baum bis zum Pferd im Sumpf bei Grafing, gerade in 2011 sind uns wieder vermehrt Witterungsbedingte Einsätze nach starken Regenfällen oder 102 Einsätze bei Sturmschäden zum Beispiel in Zorneding oder Poing noch in guter Erinnerung,
aber auch die 153 Meldungen aus der stetig wachsenden Zahl an Brandmelderzentralen teils mit detektierter Rauchentwicklung machen die Bedeutung der Wehren für die Sicherheit der Bevölkerung deutlich.

Einsätze im Umweltschutz, mit auslaufendem Gefahrgut wie zuletzt einmal „Ölwehreinsätze auf Gewässer, die BIO- Bedrohung verbunden mit der Vogel-, oder mit der Schweine-, heißt ja jetzt Neue Grippe!! Vorbereitung und Pandemie Planung.

Aber auch die Rettung von 2 abgestürzten Personen aus einem Sandsilo in Buch

oder die 223 Rettungseinsätze der First Responder Gruppen aus Aßling und Grafing und Markt Schwaben bei denen 198 Personen versorgt wurden sind Einsätze fürs Leben und die Sicherheit unserer Bürger.

Erwähnen möchte ich in dem Zusammenhang auch die 77 Wohnungsöffnungen bei dem Stichwort: „ erkrankte, vermißte oder hilflose Person in Wohnung bei dem die Wehren auch so machen Toten aufgefunden haben.

Brandschutzerziehung in den Kindergärten und Schulen sowie Tag der offenen Türe und Öffentlichkeitsarbeit sind wichtige Punkte in der Brandschutzaufklärung für Jung und alt.
Nicht vergessen wollen wir unsere 26 Jugendgruppen mit 333 Mädchen und Jungen die bei der Feuerwehr eine Aufgabe im Team erledigen und soziale Kompetenz erlangen.

An dieser Stelle soll über die Leistungen, und Einsatzbereitschaft der Wehren berichtet werden, aber auch über die hohe Motivation und den gelebten Teamgeist !
Unseren ehrenamtlichen Feuerwehrdienstleistenden im Landkreis Ebersberg wollen wir heute öffentlich Danke sagen!!

Eine Umfrage in der Bevölkerung hat jüngst ergeben, 97 Prozent der Befragten verlassen sich auf die ihre Feuerwehr, sodass die Feuerwehren das höchste Ansehen genießen.
Auf diesen Wert dürfen wir sehr wohl stolz sein und man kann es nicht oft genug sagen die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren im Landkreis Ebersberg sind gerade weil es so perfekt, „ich sage hier bewusst perfekt und nicht professionell klappt“ ehrenamtlich und damit unentgeltlich für das Allgemeinwohl und die Sicherheit der Bürger tätig.

Im Jahr 2011 wurden im Kreis 1495 Einsätze in ELDIS BY bei der ILS ermittelt.

Trends 2012:
Und das wird 2012 sicher nicht weniger, gerade an den heissen Tagen war mit einer Häufung schwerer Unfälle mit Todesopfern in Oberpframmern auf der B304 bei Baldham oder zwischen Anzing und Markt Schwaben wurden junge Menschen aus ihrem junges Leben gerissen.

Aber auch schwere Verkehrsunfälle mit Gefahrgut LKW waren zu hier verzeichnen.

Brände im Zusammenhang mit alternativen Brennstoffen Hackschnitzel oder Pellts

Einsätze in BIO Gas Anlagen (GAS Geruch)

Meldungen aus der stetig wachsenden Zahl an Brandmeldezentralen haben zugenommen.

Durch die gemeinsame Alarmierung Feuerwehr und Rettungsdienst durch die ILS Erding werden wir schneller bei dem Stichwort: „ erkrankte, vermißte oder hilflose Person in Wohnung“ zu Wohnungsöffnungen alarmiert oder Tragehilfen bei gewichtigen Personen oder Rettung einer erkrankten Person über die Drehleiter haben zugenommen.

Ein Großbrand eines Landwirtschaftlichen Anwesens in Grafing konnte verhindert werden

In der Ausbildung:
Seminar „Verbesserungen in Technik Handhabung von Rettungsspreizer und Rettungsschere der Technischen Hilfeleistung bei eingeklemmten Personen“ in Poing
Fahrsicherheitstraining für unsere Einsatzfahrer
Ausbildung Feuerwehrführerschein 7,49 Tonnen

Gute Ausbildung > verbessert „die Eigensicherheit“ unserer ehrenamtlichen Einsatzkräfte

Ausblick 2012 – 2013
Migartion Ausbildung Sprechfunk Digitalfunk
Nachwuchswerbung > Nachwuchsgewinnung > Demografischer Wandel

Image Kampagne des LFV
„ich bin dabei wo bleibst Du“
diese soll die Zielgruppe der Jugendlichen ansprechen


Unsere Feuerwehrdienstleistenden waren Tag für Tag und Nacht für Nacht im Einsatz und bildeten zusammen mit anderen Katastrophenschutzeinrichtungen, Hilfsorganisationen, Behörden und der Polizei den Garanten für ein verlässliches flächendeckendes Gefahrenabwehrsystem auf dass andere EU Staaten mit Neid blicken!

„112 - Notruf - Schnelle Hilfe überall - die Ortsfeuerwehr in jedem Fall"

Man braucht nur den BUS Unfall mit 30 Kindern als Beispiel nehmen wir schnell und wirksam hier geholfen werden konnte


Unsere „Ortsfeuerwehren“ wurden in der neuen Alarm- und Einsatzplanung der Einsatzmittelketten für die neue Integrierte Leit - Stelle (ILS) in Erding verstärkt berücksichtigt, dabei wird insbesondere auf deren wertvolle Ortskenntnis und Objektkompetenz stets zurückgegriffen! Seit dem 05.September 2009 werden die Feuerwehren unseres Landkreises Ebersberg, Erding, Freising und der Rettungsdienst von der ILS Erding aus disponiert. 2011 wurden wir zu
1495 Einsätzen von der ILS aus alarmiert und haben durchaus positive Erfahrungen gesammelt, sind aber immer noch am Nachjustieren um auf die große Vielfalt der Einsätze immer adäquat reagieren zu können.

Stets Abruf- und Einsatzbereit zu sein, ist nur durch ständige Übung, Aus- und Fortbildung möglich. Das ist notwenig, um eine Qualitätssicherung in einem immer umfangreicher und spezieller werdenden Aufgabenspektrum zu gewährleisten.

In unserem Landkreis sind im vergangenen Jahr 87.000 Übungs- und Schulungsstunden angefallen.

Da wir ehrenamtlich tätig sind, heißt das aber auch, dass diese Zeit vor allem an Abenden und Wochenenden, also in der Freizeit, absolviert worden ist. Neue Erkenntnisse, die für Einsätze relevant sind, so wie die neue Leistungsprüfung THL und Wasser, aber auch neue Techniken bei der Spreizerrettung müssen in die Fortbildung der Wehren einfließen und dort umgesetzt werden. Mein Dank gilt allen Ausbildern auf Kreis- und Ortsebene, die sich darum bemühen, dass unsere Feuerwehrfrauen und –Männer fit sind für jedweden Einsatz, sofern das überhaupt möglich ist.

Vier Wörter stehen für die Feuerwehr: Retten, Löschen, Bergen, Schützen.
Vielerorts ist die Feuerwehr aber auch ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen und kulturellen Lebens. In Landkreis wissen die Menschen sehr wohl, dass die Feuerwehr auch ein rühriger Organisation und Mitveranstalter von kleinen und großen Veranstaltungen sein kann. Feuerwehren sehen sich aber auch in der Pflicht, wenn es beispielsweise darum geht, einen Beitrag zum Umweltschutz zu leisten.

Dienst und Hilfe an der Gemeinschaft, am Gemeinwohl, sind heute keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Um dem anderen helfen zu können, sind die Feuerwehren mehr denn je auf die Bereitschaft der Betriebe angewiesen, ehrenamtliches Engagement zu unterstützen und zu fördern.

Es ist nur recht und billig, so meine ich, Unterstützung, Anerkennung und Wertschätzung der Leistungen der Feuerwehren zu erfahren. Unsere Floriansjünger erbringen oftmals unter Hintanstellung eigener Interessen, dem Einsatz der Gesundheit und des eigenen Lebens einen wertvollen Dienst am Nächsten.

Wir Feuerwehrleute opfern unsere Freizeit, wir packen zu wenn andere Wegschauen unsere Freizeit für die Sicherheit unserer Bürger!

Den Frauen und Männern der Feuerwehren, die freiwillig einen wesentlichen Teil ihres Lebens ein besonderes Ehrenamt ausüben, gebührt unser Dank und Anerkennung.

Wir laufen dann hinein - wenn andere heraus laufen
zupacken - statt wegsehen



Es ist beruhigend zu wissen, dass es sie gibt!
Arbeiten wir alle daran, dass es auch in Zukunft so bleibt!

Feuerwehr - Ihre Sicherheit ist ein Stück Lebensqualität


Gerhard Bullinger
Kreisbrandrat