Bahnunglück bei Ebersberg

       
VON ROBERT LANGER MM Ebersberg - Ein Bub (10) aus der Kreisstadt hat zugegeben, am Mittwoch Steine auf die Bahngleise bei Ebersberg gelegt zu haben. Wenig später verunglückte der Filzenexpress an dieser Stelle. Die beiden Spielkameraden des Buben wollten damit nichts zu tun gehabt haben.

Bahnsprecher Ingo Schüttke sieht in einer Verkettung unglücklicher Umstände die Unfallursache. "Normalerweise entgleisen Züge wegen ein paar Steinen nicht." Bei der Unfallstelle handle es sich jedoch um eine enge Kurve. Zudem sei der entgleiste erste Wagen um einiges leichter als der zweite, in dem der Motor untergebracht ist. Dieser Triebwagen blieb auf den Schienen, habe den leichteren Wagen geschoben. Und die Steine seien auf beiden Schienensträngen gelegen.

Thomas Borowik, Sprecher des Bundespolizeiamtes München, ist etwas vorsichtiger. Er sieht die Steine auch als möglichen Auslöser des Unglücks. Doch Genaueres werde erst ein technisches Gutachten ergeben. Allein der Sachschaden an Zug, Schienen und Gleisbett beträgt 150 000 Euro.

In der Nacht wurde der entgleiste Wagen mittels eines Kranzugs wieder auf die Schienen gehoben. Das Spezialgerät kam aus den Bahnwerkstätten in München-Pasing. Weil der Triebwagen auf den Gleisen eine Durchfahrt bis zum verunglückten Wagen versperrte, musste der Kranzug den Umweg über Rosenheim und Wasserburg nehmen. Gegen 9 Uhr war die Strecke wieder befahrbar.

Die Bundespolizei forderte Eltern auf, ihre Kinder vor den Gefahren an Gleisen zu warnen. Steine auf den Schienen könnten durch Züge auch weggeschleudert werden und dann wie Geschosse wirken.












Fotos: Kreisbrandinspektion Ebersberg
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